Am Montag, den 20. Juli 2026, machten wir, die Ethikgruppe der Klassenstufe 9 der Immanuel-Kant-Realschule, uns auf den Weg nach Stuttgart. Dort nahmen wir an einer alternativen Stadtführung des Vereins Trott-war teil. Statt der bekannten Sehenswürdigkeiten standen dabei Orte im Mittelpunkt, die mit dem Leben wohnungs- und obdachloser Menschen verbunden sind.
Begleitet wurden wir von Thomas „Tommy“ Schuler. Auf unserem Weg durch die Stuttgarter Innenstadt berichtete er von seinem persönlichen Lebensweg und seinen eigenen Erfahrungen auf der Straße. Wir erfuhren, welche Herausforderungen Menschen ohne festen Wohnsitz im Alltag bewältigen müssen, welche Rolle Suchterkrankungen spielen können und welche Unterstützungsangebote es für Betroffene gibt. Darüber hinaus ging es um gesellschaftliche Vorurteile, soziale Ausgrenzung und die Wahrnehmung wohnungsloser Menschen im öffentlichen Raum.
Einige der besuchten Orte kannten wir bereits, hatten sie bisher jedoch aus einer anderen Perspektive wahrgenommen. Durch Tommys Erzählungen wurden Zusammenhänge sichtbar, die im alltäglichen Stadtbild leicht übersehen werden. Während der Führung beschäftigten wir uns deshalb auch mit der Frage, wie schnell Menschen aufgrund ihrer Lebenssituation beurteilt werden, ohne dass ihre persönliche Geschichte bekannt ist.
Die angesprochenen Themen knüpften unmittelbar an unseren Ethikunterricht an. Fragen nach Menschenwürde, sozialer Gerechtigkeit, Verantwortung und dem Umgang mit Vorurteilen erhielten durch die Führung einen konkreten Bezug. Die Erfahrungen aus Stuttgart nehmen wir mit zurück in den Unterricht, in dem wir uns weiter mit Armut, Wohnungslosigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe auseinandersetzen.
Stephanie Maier